Höhen, Tiefen und ein abruptes Ende

Höhen, Tiefen und ein abruptes Ende

16. September 2020

Aller Anfang ist schwer: Das gilt auch für das Experiment „Frauen 3“ des TuS Metzingen. Zu Beginn der Spielzeit lediglich mit sieben Spielerinnen ausgestattet und noch ohne Trainer, formierte sich in der abgelaufenen Saison ein schlagkräftiges Handballteam, das am Ende sogar den Meistertitel feiern durfte. Wieder unterstützt von Ahlstrom-Munksjö in Dettingen, geht es nun in die zweite Saison. Das Team ist heiß auf die nächsten Erfolge und hat sich auch dementsprechend ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.

„Corona“ hieß der einzige Gegner, der das 3. Frauen-Handballteam des TuS Metzingen aufhalten konnte. Im März, als die Pandemie dem Ligabetrieb eine jähes Ende setzte, war die Mannschaft der souveräne Tabellenführer. Ende April entschied dann der Handballverband Württemberg, dass die Saison nicht fortgesetzt wird. Natürlich hätte sich das Team eine richtige Meisterschaftsfeier auf dem Parkett gewünscht. Aber in Zeiten von Covid-19 ist alles ein wenig anders.

Nach diesem eher ruhigen Aufstieg befinden sich die Spielerinnen seit dem 24. August in der Vorbereitung auf die neue Saison. Natürlich gibt es vereinsintern ein ausgearbeitetes Hygiene-Konzept. Start der Saison ist dann am 11. Oktober gegen Böblingen-Sindelfingen.

Das Ziel für die noch sehr jungen Mannschaft – die Spielerinnen sind zwischen 16 und 22 Jahre alt – ist ein Ehrgeiziges. Laut Trainer Alexander Knabe (unserem Kraftwerksbetriebsleiter und Betriebsratsvorsitzenden) möchte man sich einen der ersten beiden Plätze sichern (Das vollständige Interview mit A. Knabe lesen Sie weiter unten).

Wir sind froh, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem hoffnungsvollen Team in der neuen Saison fortzuführen. Wir wünschen allen Spielerinnen, Betreuern und Helfern eine tolle und erfolgreiche Saison ohne Verletzungen oder Krankheiten.

 

Interview mit dem Trainer der 3. Frauen-Handballmannschaft des TuS Metzingen, Alexander Knabe.

Alex, Deine Mannschaft hat sich ja in der letzten Saison erfolgreich positioniert, bevor dann leider Corona dem Ganzen ein jähes Ende gesetzt hat. Beschreibe doch kurz die letzte Saison im Rückblick.

Alexander Knabe: „Ja das stimmt. Wir standen drei Spieltage vor dem Saisonende, mit 4 Punkten Vorsprung und einem Torverhältnis von plus 210 Toren, an der Tabellenspitze. Als zwei Tage vor unserem Spiel gegen Tübingen die Info kam, dass das Spiel wegen der Pandemie nicht stattfinden würde. Niemand wusste, wie es weitergehen sollte, das Training musste auch eingestellt werden und wir sahen uns Mitte März das letzte Mal. Ob und wie diese Saison gewertet wird, stand in den Sternen. War die ganze Anstrengung umsonst gewesen? Wird es keinen Meister und Aufsteiger geben? Dies beschäftigte die Mannschaft und das Trainerteam natürlich, obwohl es in dieser Zeit bestimmt wichtigere Dinge gegeben hat. Als dann Ende April vom HVW (Handballverband Württemberg) die Nachricht kam, dass die abgebrochene Saison gewertet würde und wir somit als Meister und Aufsteiger feststanden, haben wir uns natürlich gefreut. Aber es ist eben nicht dasselbe, auf dem Sofa Meister zu werden, statt in der Halle mit unseren Zuschauern zum Meister gekürt zu werden. Aber wie würde es jetzt weitergehen, wann kann man wieder trainieren, oder sogar spielen? Ich kann gar nicht sagen, wie froh wir alle waren, als die Stadt Metzingen endlich den Trainingsbetrieb wieder erlaubte. Nach drei Monaten ohne persönlichen Kontakt, ohne Training oder Spiel, war das Wiedersehen natürlich fantastisch. Aber natürlich alles unter Corona-Maßnahmen, das hieß am Anfang: kein Körperkontakt, Abstand halten, die Hände desinfizieren und natürlich keine gewohnten Begrüßungen. Aber das war egal. Hauptsache wieder auf der Platte stehen. Als es dann Ende Juni zu weiteren Lockerungen gekommen ist und auch wieder der Körperkontakt im Training erlaubt wurde, merkte man, dass die letzten drei Monate das Team nur noch mehr zusammengeschweißt hat. Dies konnten wir in den folgenden Wochen im Training miterleben.“

Wie fühlt es sich für die Mannschaft an, jetzt endlich wieder trainieren zu können? Wie sieht das Training nun zu Corona-Zeiten aus?

Alexander Knabe: „Wir befinden uns jetzt seit 24. August in der Vorbereitung auf die neue Saison, die aus heutiger Sicht am 11. Oktober für uns gegen Böblingen-Sindelfingen startet. Die Mädels hatten in den drei Wochen Handballpause ihre individuellen Trainingspläne, um sich fit zu halten. Das Training sieht jetzt schon wieder relativ normal aus, außer dass vorm Betreten der Halle die Hände desinfiziert und Anwesenheitslisten geführt werden müssen, definierte Ein- und Ausgänge gekennzeichnet sind und jede Mannschaft einen Hygienewart haben muss. So versuchen wir, das Risiko so gering wie möglich zu halten, aber auch die Eigenverantwortung für jeden Einzelnen aufzuzeigen.“

Welche Ziele hat sich die Mannschaft für die Saison gesteckt?

Alexander Knabe: „Die Ziele für die neue Saison haben sich die Mädels letzte Woche in einer Mannschaftsbesprechung selbst gesteckt. Einstimmig wurde das Ziel „unter die ersten Beiden zu kommen“ formuliert. Dies sollte auch möglich sein, wenn man weiter so konzentriert im Training arbeitet und dies im Spiel auch umsetzt. Der erste Härtetest fand schon unter Corona-Bedingungen in Neckartenzlingen statt. Dies war das erste Spiel seit fünf Monaten, welches mit 32:26 gewonnen wurde. Bis zum Saisonstart stehen noch weitere fünf Vorbereitungsspiele an, um am 11. Oktober topfit zu sein.“